Montag, 27. August 2012

4 Jahre später...


Hallo meine Lieben !

ja, ich glaube es auch kaum, aber ich schreibe mal wieder einen Post. Viel Zeit ist ins Land gezogen als ich das letzte mal etwas geschrieben habe.
Heute kam es mal über mich und ich dachte mir das ich einfach mal wieder etwas schreibe
(egal ob es jemand liest oder nicht).

Die letzten Tage sind mir wieder vielerlei Gedanken durch den Kopf geschossen zwecks Krankheit, essen nicht essen, fett, dünn etc.

Ich erzähle euch mal warum es wieder dazu kam. Viele von euch werden schon wissen oder gesehen haben, dass ich nicht mehr blond bin, sondern jetzt zu den dunkelhaarigen gehöre ;).
Ja mal finde ich es viel besser als blond und dann kommt wieder eine Zeit, in der ich es zu tiefst bereue, nicht mehr blond zu sein, dennoch werde ich mir meine Haare vorerst nicht mehr blond färben lassen, da ich denke das es einfach zu schädlich ist. Zurück zum Thema. Ob ich es mir nun einbilde oder es wirklich an dem ist weiß ich nicht wirklich, aber ich bin der Meinung das meine Haare dünner geworden sind.
Deshalb entschied ich mich dafür ein großes Blutbild machen zu lassen damit ich (vielleicht) weiß, was genau los (ja einige werden jetzt sagen/denken das ich es eh weiß).
Da ich vergangenen Freitag Urlaub hatte konnte ich mir Blut abnhemen lassen. Am späten Nachmittag rief mich meine Ärztin noch an (was sie nie tut wenn es nicht wichtig wäre). Meine Blutwerte waren überaus schlecht gewesen, was man sich bei gesundem Menschenverstand auch denken konnte.

Besonders mein Eisenwert ist ziemlich am Boden sozusagen nicht mehr vorhanden. Nieren und Leberwerte sind auch sehr schlecht etc. ... quasi alles nicht mehr im Bereich des gesunden.

Nachdem ich ein wunderbares Wochenende genossen hatte ;):) war heute wieder der erste Arbeitstag gewesen (da meine Ärztin Freitag zu mir meinte ich solle Montag bis 11 Uhr in der Praxis sein).
Nun musste ich heute mit meinem Chef reden und ihm sagen das ich erstmal nicht mehr zur Arbeit kommen kann. Er verstand es (machte zumindest den Eindruck) weil, er meine Problematik ja von Anfang an kannte.
Meine Ärztin gab mir dann heute eine Einweisung ins Krankenhaus und ein Rezept was ich für eine Eiseninfusion benötige.

Mein Freund begleitete mich ins Krankenhaus, da wurde noch einmal mein Blutdruck gemessen und erneut Blut abgenommen, was meinem Körper nicht so gut "gefiel". Als wir dann im Warteraum saßen und warteten verabschiedete sich dann mal prommt mein Kreislauf und brach zusammen. Ekelhaft sag ich da nur...
Nach 30 min. wieder warten sprach dann kurz der Oberarzt mit mir und holte danach einen Psychologen...
dann folgte der Internist noch...
Beide wollten mich stationär aufnehmen... (was verständlich ist)
Ich wollte/konnte nicht ... ich habe einfach Angst davor, hab Angst vor dem essen, vor dem zunehmen, schon jetzt kann ich mein Spiegelbild nicht anschauen was soll dann nur werden wenn ich esse ?
Aber das ist nicht alles, nein, die Angst davor wieder keine Kontrolle zu haben und mich noch einmal mit meiner Vergangenheit auseinandersetzen zu müssen, treibt mir die Tränen in die Augen, lässt mich zittern, erstarren....
Einfach alles in meinem Körper setzt sich zur Wehr... was einen 4 Jahre lang prägt und einen besitzt kann man nicht so leicht zum schweigen bringen.
Man ist wie besessen, nicht mehr Herr seiner Lage, handelt nicht mehr selbst und niemand kann es verstehen... fast überall hagelt es Vorwürfe, man wird verspottet, bekommt einen Vogel gezeigt oder wird nicht ernst genommen.  All diese Sachen tragen nicht gerade dazu bei das sich etwas ändern wird. Nein, man zieht sich eher zurück, weicht den Menschen aus. Kein Mensch möchte ständig Vorwürfe und Gelächter hören. Egal um welche (Sucht)Krankheit es sich handelt.

Ich wünsche keinem so etwas, klar war ich Anfangs stolz darauf das ich dem Essen wiederstehen konnte, dass ich sagen konnte nein ich möchte nicht danke... doch irgendwann verliert man die Kontrolle ohne es zu merken.
Im Innersten weiß man das man dabei zu 80% drauf gehen kann, wiederum denkt man sich, moment mal 5% von den an Magersucht erkrankten sterben daran, pffff na dann...
Es ist und bleibt ein Teufelskreis :( Es ist so viel mehr als nur das nicht essen...

Im Endeffekt weiß ich nicht was ich machen soll :( keine Ahnung, natürlich kommt der Druck von außen dazu von der Familie, Freund etc. auch wenn es alle nur gut meinen, fühlt man sich nur in die Ecke gedrängt und missverstanden...


Ich wollte noch anmerken das das von mir geschriebene nicht dazu dient Mitleid zu erhaschen, sondern lediglich dazu etwas loszuwerden...

Passt auf euch auf ;)

Kommentare:

BeautySession-Blog.de hat gesagt…

Wäre es denn keine Alternative für dich, dir Vitaminpräparate verschreiben zulassen? Dann hättest du ja wenigstens keine Mangelerscheinungen mehr bzw. schlechte Blutwerte :)

Wenn du nicht essen möchtest, dann musst du es ja auch nicht. Wahrscheinlich würde dein Magen eh rebellieren und du würdest gar nichts in dir behalten können oder?

Puckynella hat gesagt…

Liebe Jessyyy, dein Post hat mich gerade sehr berührt! Ich wünsche dir von ganzem Herzen, dass du irgendwann - wenn du soweit bist - mit der ganzen Sache abschließen und dich behandeln lassen kannst und wieder ganz gesund wirst!!!! <3

Puckynella hat gesagt…

Liebe Jessyyy, dein Post hat mich gerade sehr berührt! Ich wünsche dir von ganzem Herzen, dass du irgendwann - wenn du soweit bist - mit der ganzen Sache abschließen und dich behandeln lassen kannst und wieder ganz gesund wirst!!!! <3

Anni von AnnisBeauty hat gesagt…

wow. so viel offenheit ist bewundernswert. ich sehe mich auch anders wie andere mich sehen. ich wog mal 25kg mehr und ich kenn mich nicht anders als dick. vllt ändert es sich auch i-wann. hat zwar nicht viel mit deinem leiden zu tun, aber ich kann dich verstehen wie schwer sowas sein kann.
wünsche dir alles alles gute...

sabieeene hat gesagt…

das ist genauso eine Krankheit wie zB Depressionen. Man weiss man sollte was tun aber kann es nicht.... Kann ich nachfühlen. Helfen kann ich Dir leider nicht. Schlimm. Du weisst selbst was zu tun ist-das kann Dir niemand abnehmen.
Obs das besser macht ? Nee.

Manchmal ist die Mauer einfach zu hoch....

Fühl Dich lieb gedrückt!

pinkflower hat gesagt…

es schmerzt echt wenn ich das lese, weil ich einfach genau weiß wie man sich fühlt und selber magersüchtig war :( ich hoffe du hast irgendwann die kraft und den willen gegen dich selber zu kämpfen. bei mir war es auch so, dass ich es nie aus freien stücken gemahct habe und meine eltern die verantwortung übernommen habe, da ich noch minderjährig war. jetzt im nachhinein bin ich heilfroh, dass alles so gelaufen ist..damals hab ich meine eltern nur gehasst :( ist eine schwere zeit, für familie freunde und einen selber und man als "kranke" person, ist vielleicht derjenige der am meisten davon weg kommen will, aber einfach nicht kann.
Liebe Grüße